Schulkultur

Unser Leitbild

Gemeinschaft und Zusammenhalt
Die Bedeutung einer Schulgemeinschaft wird bei uns besonders in der Teamstruktur deutlich. Lehrer*innen und Schüler*innen wachsen in der Sek. I über sechs und in der Sek II über drei Jahre zu einem Team zusammen. Hierbei nehmen wir die Lernenden in den Fokus und stärken die Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden. So schaffen wir menschliche Nähe und eine lebenswerte Schule für alle.

Austausch und Kommunikation

Austausch und Kommunikation sind die Schlüssel für ein erfolgreiches Lernen der Kompetenzen, Prozesse und Sache. Deshalb hat in unserer Schulgemeinschaft jeder ein offenes Ohr für die Anliegen eines anderen. Gespräche zwischen allen Beteiligten finden auf Augenhöhe statt. Durch offenes Kooperieren im Kollegium meistern wir unsere Aufgaben und entwickeln uns beständig weiter.

Würdigung und Zugewandtheit

Erziehungsarbeit ist in erster Linie Beziehungsarbeit: Wir widmen uns unseren Schülerinnen und Schülern zugewandt und sind mit ihnen und den Eltern auch in kritischen Phasen positiv im Kontakt, so dass eine nachhaltige gegenseitige Wertschätzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit entsteht und bis zum Abschluss und oft auch darüber hinaus bestehen bleibt.

Chancengleichheit und Leistung

Niemand ist gleich einem anderen: Jedes Kind kommt mit unterschiedlichen Hintergründen zu uns und lebt außerhalb der Schule mit verschiedenen Voraussetzungen. Wir sind uns dieser Unterschiede bewusst und fordern und fördern daher alle unsere Schülerinnen und Schüler in ihrem selbstständigen Lernen, so dass sie für sich und die Gesellschaft die besten Leistungen erbringen können.

Das Leitbild unserer Schulleitung

Die Schulleitung der Werner-von-Siemens-Gesamtschule Königsborn ist davon überzeugt, dass ein Leitbild für die Schulleitung als Qualitätssicherung gelebter Leitung verstanden werden kann.
Unser Leitbild bildet damit die Grundlage der Entwicklung des Miteinanders in der schulischen Arbeit und ist ein wesentlicher Baustein für die Qualität unserer Schule und unserer Schulentwicklungsarbeit.
Es soll allen am Schulleben Beteiligten eine Orientierung bieten und aufzeigen, welches Verhalten insbesondere von Schulleitungsmitgliedern sowie von Inhaberinnen und Inhabern der Koordinations- und Funktionsstellen angestrebt und erwartet wird.
Durch ihre Gestaltungs- und Entscheidungsbefugnis verantworten sie in
ihrem Bereich die erfolgreiche Umsetzung gemeinsamer Ideen für eine Schule, in der die Schülerinnen und Schüler im Zentrum aller Überlegungen und Vorhaben stehen.
Geprägt ist das Leitbild der Schulleitung von den folgenden elf Grundsätzen

Teamschule

Klassenlehrer- und Stufenleiter-Tandems – gemeinsames Lernen begleiten

In der Sekundarstufe I betreuen jeweils zwei Lehrerinnen oder Lehrer eine Klasse, in der Sekundarstufe II eine Jahrgangsstufe. Dieses Klassenlehrer- bzw. Stufenleiter-Tandem ermöglicht eine enge und zielgerichtete Zusammenarbeit und entlastet im schulischen Alltag – etwa bei Verwaltungsaufgaben, pädagogischen Maßnahmen, Klassenfahrten, Projekten oder der Elternarbeit.

Die beiden Tandem-Partner*innen unterrichten einen möglichst großen Teil der Stunden in ihrer Klasse bzw. Jahrgangsstufe. Dadurch wird eine vertrauensvolle Beziehung zu den Schülerinnen und Schülern ermöglicht und eine konsequente pädagogische Begleitung gewährleistet.

Teamstrukturen in der Sekundarstufe I und II

  • Die Klassenlehrerinnen und -lehrer eines Jahrgangs der Sekundarstufe I bilden gemeinsam ein Jahrgangsteam, das die Schülerinnen und Schüler von Klasse 5 bis 10 begleitet.

  • Die Stufenleiterinnen und -leiter der Sekundarstufe II arbeiten im Oberstufenteam, das für die Jahrgänge 11 bis 13 verantwortlich ist.

Diese Teams bilden überschaubare Subsysteme innerhalb der Schule und bieten ein hohes Maß an Mitwirkung, Gestaltungsmöglichkeiten und pädagogischer Selbststeuerung.

Die Zahl der in einem Team und in einer Klasse unterrichtenden Lehrkräfte wird bewusst gering gehalten. So können Absprachen zu Lerninhalten, Informationen zu aktuellen Ereignissen oder Hinweise zu individuellen Schüler*innenbedürfnissen schnell weitergegeben und im Unterricht berücksichtigt werden.

Eine Umgebung, die Nähe schafft

An der WSG werden die Klassen 5 und 6 in einem separaten Gebäude unterrichtet. Jeder Jahrgang verfügt dort über einen eigenen Flur – mit separaten Toilettenanlagen und einem Team-Lehrerzimmer. Die Kolleginnen und Kollegen schätzen die räumliche Nähe zu ihren Klassen und profitieren von kurzen Wegen.

Lehrerinnen und Lehrer ohne Klassenleitung schließen sich – meist entsprechend ihrer Unterrichtsfächer und -einsätze – einem Team an. Die im Team eingesetzten Kolleginnen und Kollegen können in der Regel über mehrere Jahre hinweg im selben Jahrgang bleiben und die Entwicklung ihrer Klassen kontinuierlich begleiten. Diese Beständigkeit schafft Planbarkeit, Vertrauen und ermöglicht langfristige gruppendynamische Prozesse, etwa im Bereich des Sozialen Lernens oder der Präventionsarbeit.

Unsere Jahrgangsteams – gemeinsam für erfolgreiches Lernen

An unserer Schule arbeiten die Jahrgangsteams als Team zusammen und werden dabei von der Abteilungsleitung eng begleitet und unterstützt. Die Teams übernehmen unter anderem folgende Aufgaben:

    • Entwicklung pädagogischer Konzepte: Planung und Abstimmung inhaltlicher, methodischer und organisatorischer Strategien zum Sozialen Lernen – insbesondere in den unteren Jahrgängen.

    • Koordination der Leistungsüberprüfungen: Durchführung der Klassenarbeitsplanung und Unterstützung bei der Klausurplanung.

    • Mitwirkung an der Unterrichtsverteilung: Beratung zur jahrgangsbezogenen Unterrichtsverteilung sowie Weitergabe von Planungen und Wünschen an die Organisationsleitung.

    • Planung besonderer Aktivitäten: Abstimmung und Organisation von Projekten wie fächerübergreifenden Vorhaben, Projektwochen, Modulen im Bereich der Ergänzungsstunden, Klassen-, Stufen- oder Kursfahrten sowie Ausflügen.

    • Konfliktlösung: Klärung von Vorfällen und Konflikten im eigenen Jahrgang; bei größeren Anliegen Zusammenarbeit mit der Abteilungsleitung.

    • Vorbereitung von Beratungskonferenzen: Vorbereitung jahrgangsbezogener Beratungskonferenzen und der darin anstehenden Differenzierungsmaßnahmen.

Teamsprecher*innen – Bindeglied zwischen Jahrgangsteams und Schulleitung

Die Teamsprecher*innen vertreten die Anliegen ihres Jahrgangsteams und sorgen für einen transparenten Informationsfluss. Einmal pro Woche treffen sie sich in einer im Stundenplan verankerten Stunde mit allen Mitgliedern der Schulleitung zur Erweiterten Schulleitungsrunde (ESL-Runde). Dort werden aktuelle Themen, Vorgehensweisen und Vorgaben besprochen, abgestimmt und weiterentwickelt – ein wichtiger Bestandteil des vertikalen Austauschs innerhalb der Schule.

Zu den Aufgaben der Teamsprecher*innen gehören insbesondere:

  • das Einbringen von Themen, Fragen und Anliegen aus dem Team in die ESL-Runde,
  • die Rückmeldung der dort erzielten Ergebnisse an das Team,
  • das Einholen von Meinungsbildern und das Durchführen kurzfristiger Teamabfragen.

Eine zentrale Rolle spielt die ESL-Runde außerdem bei der Vorbereitung der Lehrerkonferenzen (LK). Die Schulleitung stellt dort im Vorfeld die Tagesordnung sowie anstehende Beschlussvorlagen vor. Diese werden gemeinsam beraten, ergänzt und – wenn nötig – überarbeitet.

Der horizontale Austausch innerhalb der Teams findet sowohl im täglichen Miteinander als auch in regelmäßig stattfindenden Teamsitzungen statt. Diese sind bereits zu Beginn des Schuljahres im Jahreskalender festgelegt und werden an den Konferenz-Dienstagen durchgeführt. Besonders wichtig sind die Teamsitzungen im Vorfeld der Beratungskonferenzen, wenn es darum geht, Lerngruppen, Wahlpflichtwahlen oder Differenzierungsmaßnahmen vorzubereiten und darauf aufbauend Maßnahmen zur individuellen Förderung abzuleiten.

Voraussetzung 1:
Die Struktur einer Teamschule umzusetzen gelingt nur, wenn die Schulleitung selbst im Team agiert.

Voraussetzung 2:
Die Mitverantwortlichkeit bei der Gestaltung des Schulalltags wird von allen Kolleginnen und ‑kollegen angenommen und als Chance erkannt. Die Struktur einer Teamschule umzusetzen gelingt, wenn alle Kolleginnen und Kollegen der Meinung sind, dass die oben skizzierten Bereiche in ihrer Verantwortung liegen.

Voraussetzung 3:
Ein Team ist keine „kleine Schulen innerhalb der großen Schule“. Schul- und Lehrekonferenzbeschlüssen haben eine besondere, für alle bindenden Funktion, da sie gemeinsamen Grundsätze in der Werteorientierung, in der Gestaltung der Schulentwicklungsprozesse u. Ä. festlegen.

Ganztag

Unser gemäßigter Ganztag an der WSG

Die WSG bietet einen „gemäßigten Ganztag“, der bewusst auf Ausgeglichenheit setzt: Wir verbinden verlässliche Betreuung und vielfältige Angebote am Nachmittag mit ausreichenden freien Zeiten für unsere Schülerinnen und Schüler.

An drei Nachmittagen pro WocheMontag, Mittwoch und Donnerstag – findet der Ganztagsunterricht statt. Der Schultag endet dann jeweils um 15:45 Uhr. Diese Struktur ermöglicht:

  • ausreichend Lern- und Übungsphasen am Nachmittag,

  • Raum für Projekte, Arbeitsgemeinschaften und Förderangebote,

  • gleichzeitig aber auch freie Nachmittage für Hobbys, Vereine und persönliche Erholung.

Unser Ganztagsangebot wird fortlaufend von den Ganztagskoordinatorinnen und -koordinatoren begleitet, evaluiert und weiterentwickelt, damit es den Bedürfnissen unserer Schülerinnen und Schüler bestmöglich gerecht wird.

Die WSG verfolgt ein Lernzeitenkonzept, das Schülerinnen und Schülern selbstständiges Arbeiten ermöglicht, individuelle Förderung stärkt und lernwirksame Routinen etabliert. Es wird regelmäßig evaluiert und an die Bedürfnisse der Schulgemeinschaft angepasst.

Grundprinzip: Lernzeiten statt Hausaufgaben
Als Ganztagsschule ersetzt die WSG in der Sekundarstufe I klassische Hausaufgaben weitgehend durch Lernzeiten, die fest im Stundenplan verankert sind. Dadurch wird sichergestellt, dass:

  • schriftliche Aufgaben in der Schule erledigt werden,
  • Schülerinnen und Schüler dabei pädagogisch begleitet werden,
  • Freizeit, Vereinsaktivitäten und familiäre Zeit geschützt bleiben.

Zu Hause erledigen die Schülerinnen und Schüler lediglich Vokabellernaufträge, Vorbereitungen wie das Lesen einer Lektüre oder andere kleinere Lernaufgaben, die nicht in die Kategorie „Hausaufgaben“ fallen.

Lernzeiten in den Jahrgängen 5 und 6

In den Jahrgängen 5 und 6 finden aktuell drei gebundene Lernzeitstunden pro Woche statt. Diese sind:

  • an die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch gebunden,
  • an die jeweilige Fachlehrkraft gekoppelt,
  • verpflichtend als Lernzeit durchzuführen – nicht als normale Unterrichtsstunde zu verwenden,
  • geprägt von selbstständigem Arbeiten der Schülerinnen und Schüler.

Lernzeiten ab Jahrgang 7

Auf Basis der Evaluation werden die Lernzeiten in den Jahrgängen 7–10 neu strukturiert:

  • 2 Lernzeitstunden pro Woche
  • davon 1 Stunde fachgebunden,
  • 1 Stunde ungebunden zur individuellen Nutzung.

Die fachgebundene Stunde bleibt an die Fachlehrkraft gekoppelt. Die ungebundene Lernzeit wird über einen einheitlichen Dokumentationsbogen festgehalten.

Dokumentation in den ungebundenen Lernzeiten

Für die offene Lernzeit sowie Vertretungsstunden gelten klare Abläufe:

  • Dokumentationsbögen liegen gesammelt in einer rosa Mappe am Pult.
  • Zu Beginn der Stunde füllen die Schülerinnen und Schüler die Bögen in einer 5-minütigen Organisationsphase aus.
  • Die Bögen werden in die Tischablage gelegt und anschließend eingesammelt.
  • Die Lehrkraft erhält so sofortige Übersicht über Arbeitsstand, Themenwahl und Lernfortschritt.

An den Tagen, an denen unser Unterricht bis in den Nachmittag hinein stattfindet (in der Regel bis 15:45 Uhr), erleben die Schülerinnen und Schüler ein altersangemessenes und abwechslungsreiches Jahrgangsprogramm.

Im Offenen Lernen der Jahrgänge 5 und 6 erhalten die Klassen eine nachmittägliche Doppelstunde, in der sie gemeinsam ein individuell gestaltetes Aktivitätenprogramm durchführen – häufig mit dem Ziel, die Klassengemeinschaft zu stärken und soziale Kompetenzen weiterzuentwickeln.

Im Jahrgang 7 liegt der Schwerpunkt auf unseren Arbeitsgemeinschaften. Hier können die Schülerinnen und Schüler aus einem breiten Spektrum wählen: musische, sportliche, künstlerische, technische und unternehmerische Angebote stehen ebenso zur Auswahl wie Möglichkeiten des sozialen Engagements. So können sie Interessen vertiefen, neue Fähigkeiten entdecken und Verantwortung übernehmen.

Das Küchenteam um Mensa-Chefin Sabine Rüssmann zaubert montags, mittwochs und donnerstags frisch gekochte Mahlzeiten auf den Tisch. Mit Salatbuffet und Nachtisch können sich die Schülerinnen und Schüler gesund satt essen. Im Bistro-Abo sind auch die Preise noch unschlagbarer.

Auch außerhalb der Mahlzeiten gibt es Snacks wie frisch belegte Brötchen zu einem günstigen Preis.

Genauere Informationen zu unserem Bistro und unserer Mensa finden Sie hier.

Der Freizeitbereich gliedert sich in die Spieloase und die Lernoase und den Außenbereich. Die Spieloase im Innenraum ist ein atmosphärischer Treffpunkt zum Spielen, Entspannen und sozialen Austausch. Hier können sich die Schülerinnen und Schüler an der Spieleausgabe bedienen und jedes Gesellschaftsspiel ausleihen. Zusätzlich steht eine umfangreiche Ausleihe von Spielgeräten und Bällen für den Außenbereich zur Verfügung, sodass auch auf dem Pausenhof vielfältige Aktivitäten möglich sind.

Die Lernoase bietet einen ruhigen Bereich zum konzentrierten Arbeiten und Lernen. Sie ist ein Ort, an dem Schülerinnen und Schüler Aufgaben erledigen, gemeinsam lernen oder sich auf Prüfungen vorbereiten können.

Der Pausenhof wurde ebenfalls neu gestaltet und bietet zahlreiche Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten. Dazu gehören zwei neue Basketballkörbe, kleine Fußballtore, Tischtennisplatten sowie ein zentral gelegener Spiel- und Kletterbereich, sowie die neuen Kletterwürfel im Randbereich des Schulgeländes.
Je nach Wetterlage kann das Forum ebenfalls für Bewegungsangebote oder das Tischtennisspielen genutzt werden.
Im Forum sind auch unsere Streitschlichter angesiedelt, die bei Konflikten unterstützen können und ein harmonisches Miteinander fördern.

Berufsorientierung

Berufsübergangsmanagement als Bestandteil individueller Förderung

Damit allen Jugendlichen der Übergang Schule – Beruf gelingt hat die Werner-von-Siemens-Gesamtschule Königsborn auf Grundlage des Landesvorhabens der Landesregierung KAoA – „Kein Abschluss ohne Anschluss“ verbindliche Bausteine in das Übergangsmanagement implementiert. Stetiger Wandel der Berufs- und Arbeitswelt, steigende Anforderung an die Qualität von Ausbildung in Schulen und Hochschulen, Betrieben und Einrichtungen haben die WvSGek veranlasst, darüber hinaus weitere Projekte im Übergangsmanagement zu verankern. Hierdurch wird der erfolgreiche Übergang von der Schule in Ausbildung, Studium und Beruf effizient und zielgerichtet unterstützt.

Nach 10 Jahren Schulzeit trennen sich oftmals die Wege unserer Schülerinnen und Schüler, die zu diesem Zeitpunkt sechs Jahre die Werner-von-Siemens-Gesamtschule Königsborn besucht haben. Entweder beginnen Schülerinnen und Schüler eine Ausbildung oder sie besuchen eine weiterführende Schule. Hier besteht die Möglichkeit in die Sekundarstufe II unserer Schule überzugehen, oder an einem Berufskolleg eine weitere Qualifikation zu erlangen. Für die Gesamtschule ist es äußerst wichtig, diesen Übergang möglichst reibungslos zu gestalten. Egal für welchen Weg sich unsere Schülerinnen und Schüler entscheiden, wir entlassen unsere Schülerinnen und Schüler nicht nach der 10. Klasse, sondern übergeben sie nach 10 Schulbesuchsjahren in ein Ausbildungsverhältnis, an ein Berufskolleg oder in die Oberstufe. Ebenso werden die Schülerinnen und Schüler nach dem Besuch der Oberstufe in ein Ausbildungsverhältnis oder zielgerichtet an die Hochschulen übergeben.

Der Großteil der Schülerinnen und Schüler ist im bisherigen Leben mit Entscheidungen eines so hohen Grades an persönlicher Bedeutsamkeit und Gegenwarts- und Zukunftsrelevanz nicht konfrontiert worden. Daher gilt es, langfristig angelegte Entwicklungsprozesse zu initiieren, bei denen berufs- und arbeitsweltbezogene Informationen und Fragestellungen mit Aspekten der individuellen Persönlichkeit, mit Neigungen und Fähigkeiten in einen überschaubaren und einsichtigen Zusammenhang gebracht werden.

Die Werner-von-Siemens-Gesamtschule Königsborn strebt an, allen Schülerinnen und Schülern behutsame Entwicklungs-Hilfe zu leisten, damit jede / jeder zu einer Entscheidung über seinen weiteren Lebensweg gelangen kann.

Damit sich die Schülerinnen und Schüler im Vorfeld für den richtigen Weg entscheiden, haben wir ein Übergangsmanagement entwickelt, das bereits in den unteren Jahrgängen ansetzt und zunächst Stärken fördert und Kompetenzen ausbildet. In den einzelnen Jahrgängen werden unterschiedliche Bausteine aber auch fächerübergreifende Elemente angewandt, die den Übergang nach der Jahrgangstufe 10 problemlos ermöglichen. Die Schülerinnen und Schüler werden so auf die mit dem Schulabschluss am Ende von Klasse 10 fallenden Entscheidungen über den weiteren Ausbildungs- und Lebensweg umfassend vorbereitet.

Alle Koordinierungsaufgaben, Informationen und Gespräche laufen auch räumlich in einem zentralen Punkt zusammen, dem BOB-Berufsorientierungsbüro. Hier können sich Schülerinnen und Schüler selbstständig an bereitgestellten Laptops über alle Bereiche der Berufsorientierung informieren oder sich von den Studien- und Berufswahlkoordinatoren sowohl für die Sekundarstufe I (Herr Göbel / Frau Kursatz) als auch Sekundarstufe II (Herr Engelhaupt) beraten lassen. Weitere Beratungsmöglichkeiten sowie vielfältige Unterstützung bietet die Agentur für Arbeit mit individuellen Terminen. Unterstützend helfen weiterhin zwei Sozialarbeiter der Werkstatt im Kreis Unna. Sowohl offenen Beratungszeiten als auch individuellen Terminabsprachen zum Bereich Übergang der 9er- und 10er- Schüler und die Beratung zum Bildungs- und Teilhabepaket sind hier möglich.

Nachfolgend werden die eigenen sowie die ab Jahrgang 8 durch das Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule – Beruf in NRW“ vorgesehenen Maßnahmen aufgeführt. Um sie mit Informationen nicht zu überfrachten, werden nur die größeren Bausteine des Übergangssystem verdeutlicht.

Im Folgenden haben wir weitere Informationsquellen für Sie zusammengestellt.

Gemeinsames Lernen

Lehren und Lernen in heterogenen Lerngruppen & Inklusion

Unsere Schule – Eine Schule der Vielfalt, eine Schule mit allen Abschlüssen. Kurz: eine Schule für ALLE.

Unser Inklusionskonzept finden Sie hier.

Es ist uns schon immer ein Anliegen gewesen, Schüler*innen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und persönlichen Entwicklungen gemeinsam zu unterrichten, jede*n Schüler*in bestmöglich zu fördern und zu fordern. So möchten wir ihnen den für sie bestmöglichen Schulabschluss ermöglichen.

Aus den anzutreffenden unterschiedlichen Entwicklungs‑, Erfahrungs‑, Lebens- sowie Lern- und Leistungsunterschieden ergibt sich die Notwendigkeit einer Unterrichtskultur, die das individuelle Lernen ermöglicht. Dies betrachten wir als logische Schlussfolgerung der Vielfalt.

Eine individuelle Lernkultur herrscht vor, wenn Schüler*innen ihren Begabungen und Fähigkeiten entsprechend lernen und sich im Lerntempo sowie im Umfang und Niveau der Lerninhalte und ‑themen unterscheiden dürfen.

Unsere Schüler*innen sollen sowohl Zeit und Unterstützung für ihre eigenen Lernprozesse und ihre persönliche Entwicklung erhalten, als auch für die Entwicklung der Klasse zur Lerngemeinschaft Verantwortung übernehmen. Zudem sollen sie mehr Gelassenheit, mehr Freundlichkeit, mehr Solidarität untereinander erlangen – denn ein ausgeprägtes Zusammengehörigkeitsgefühl macht eine gute Schulatmosphäre aus.

Das alles zu entwickeln, stellt eine pädagogische Herausforderung dar und ist dennoch eine unabdingbare Grundlage – vielleicht sogar der Ausdruck von Inklusion.

Inklusion ist keine Methode, kein Verfahren und kein Organisationsmodell, sondern die Basis für gemeinsames und gleichberechtigtes Leben und Lernen aller Schüler*innen in unserer Schule, egal welche Form der Unterstützung sie brauchen oder nicht.

Um diesen Anforderung gerecht zu werden und uns dahingegen weiterzubilden, haben wir den Bereich „Umgang mit Heterogenität“ zum zentralen Baustein unserer Fortbildungsplanung gemacht. In diesem Kontext nimmt das gesamte Kollegium an der Fortbildungsreihe des MSW „Auf dem Weg zur inklusiven Schule“ teil.

 

Weitere Informationen

Mit der Konvention der UNO zur Inklusion, zum Recht von behinderten Kindern, mit nicht behinderten Kindern gemeinsam zu lernen, besteht für die Bundesrepublik eine „völkerrechtliche Verpflichtung“ zur Umstellung auf ein inklusives Schulsystem. Konkret fordert Artikel 24 der UN-Konvention ein inklusives Bildungssystem. Dies bedeutet, dass Menschen mit Behinderung nicht aufgrund dieser vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden dürfen (www.behindertenrechtskonvention.info).

Die schulischen bzw. pädagogischen Grundlagen für den inklusiven Unterricht werden im Aktionsplan „Inklusion“ der Landesregierung NRW beschrieben. Es wird Folgendes formuliert:

„Das Ideal einer inklusiven Schule bedeutet, dass dort alle Kinder und Jugendlichen ungeachtet ihrer individuellen Voraussetzungen und Fähigkeiten, ihrer Talente und Neigungen, ihrer sozialen, ethnischen und kulturellen Herkunft, ihrer Behinderungen und Beeinträchtigungen etc. miteinander lernen und jeweils individuell optimal gefördert werden.“

Mit dem 9. Schulrechtsänderungsgesetz hat das Land den Auftrag der VN-Behindertenrechtskonvention umgesetzt und die ersten Schritte auf dem Weg zur inklusiven Bildung an allgemeinen Schulen in NRW gesetzlich verankert. Schüler*innen mit einem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung sollen grundsätzlich immer ein Platz an einer allgemeinen Schule angeboten werden (siehe NRW inklusiv. Aktionsplan der Landesregierung. Eine Gesellschaft für alle. Bildungsportal des Landes NRW).

Dies geht mit unserem Verständnis vom Gemeinsamen Lernen und Heterogenität einher. Uns liegt die Förderung aller Schüler*innen in ihrer Individualität am Herzen. Alle Kinder können im Erleben der Andersartigkeit voneinander lernen. Es geht darum, Leistungsgefälle zu ertragen und zunehmend Verantwortung für das gemeinsame Lernen zu übernehmen. Dies erweitert die soziale und kognitive Kompetenz. Unsere inklusive Pädagogik versucht wenigstens im schulischen Bereich eine Normalität der Lebenswelt zu erreichen und zu verankern, in der Gemeinsamkeit, Vielfalt und Unterschiedlichkeit als selbstverständlich und positiv erlebt werden können. Diese so erlebte Normalität kann die Persönlichkeitsentwicklung aller Schüler*innen bereichern.

So setzen wir gemeinsames Lernen in die Praxis um:

An unserer Schule findet inklusive Bildung statt, indem Schüler*innen mit und ohne Beeinträchtigungen gemeinsam unterrichtet und erzogen werden.

Einen Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung können begründen:

  1. Lern- und Entwicklungsstörungen (Förderbereich Lernen , Sprache, Emotionale und soziale Entwicklung,
  2. Geistige Behinderung (Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung),
  3. Körperbehinderung (Förderschwerpunkt Körperliche und Motorische Entwicklung),
  4. Hörschädigungen (Gehörlosigkeit, Schwerhörigkeit),
  5. Sehschädigungen (Blindheit, Sehbehinderung),
  6. Autismus-Spektrum-Störungen.

Die Schüler*innen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf können entweder wie ihre Mitschüler*innen ohne besonderen Unterstützungsbedarf unterrichtet werden (zielgleich) oder im Bildungsgang LERNEN bzw. GEISTIGE ENTWICKLUNG (beides zieldifferent) gefördert werden.

Zielgleiche Förderung
[Bildungsgang der allgemeinen Schule]

  • im Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung [ES] im Bildungsgang der allgemeinen Schule
  • im Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation [HK] im Bildungsgang der allgemeinen Schule
  • im Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung [KM] im Bildungsgang der allgemeinen Schule
  • im Förderschwerpunkt Sehen [SE] im Bildungsgang der allgemeinen Schule
  • im Förderschwerpunkt Sprache [SQ] im Bildungsgang der allgemeinen Schule

Zieldifferente Förderung
[Bildungsgang LERNEN/ Bildungsgang GEISTIGE ENTWICKLUNG]

  • im FSP Lernen [LE] im Bildungsgang Lernen
  • im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung [GG] im Bildungsgang GG
  • im Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung [ES] im Bildungsgang Lernen
  • im Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation [HK] in den Bildungsgängen LE bzw. GG
  • im Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung [KM] in den Bildungsgängen LE bzw. GG
  • im Förderschwerpunkt Sehen [SE] in den Bildungsgängen LE bzw. GG
  • im Förderschwerpunkt Sprache [SQ] im Bildungsgang LE

Dies bedeutet in der Praxis zum Beispiel, dass ein Kind mit dem genannten Unterstützungsbedarf (zieldifferent) in der Regel differenzierte Klassenarbeiten schreibt und/oder in einzelnen Fachunterrichtsstunden individuell gefördert wird.

Individuell und Differenzierung heißt dabei, Unterschiede in Zeit und Lerntempo zu machen, den Lernarrangements, den Aufgaben, bei den Lernzielen, in der Organisation, beim Material.

Differenzieren heißt aber auch, alle Schülerinnen und Schüler von ihren persönlichen Fähigkeiten und Bedürfnisse ausgehend möglichst gut zu fördern. Bei unseren Bemühungen um das Gemeinsame Lernen von Schülerinnen und Schüler mit und ohne Beeinträchtigungen/Unterstützungsbedarfe bieten alle Lehrkräfte gemeinsam mit den Lehrkräften für Sonderpädagogik allen Schülern einen gemeinsamen Zugang zu einer Thematik durch eine Vielfalt der Lernwege und Lernziele.

Schülerinnen und Schüler, die zieldifferent unterrichtet werden, erhalten in der Regel am Ende der Schulzeit einen Förderschulabschluss. Selbstverständlich ist es möglich, dass sich ein Kind mit sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf im Laufe seiner Schulzeit so gut entwickelt, dass der sonderpädagogische Unterstützungsbedarf aufgehoben wird. Es wird somit als „Regelschüler“ unterrichtet. Generell wird auf den Beratungskonferenzen und letztendlich auf der Zeugniskonferenz (Klassenkonferenz) zum Schuljahresende intensiv über die Entwicklung eines jeden Kindes beraten.

Im Rahmen einer jährlichen Überprüfung wird festgelegt, ob der Schüler im kommenden Schuljahr mit oder ohne sonderpädagogischer Unterstützung unterrichtet wird.

Für uns ist es besonders schön zu sehen, wenn durch gute Förderung eine Schülerin oder eine Schüler ohne sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf weiter unterrichtet werden kann und einen Regelabschluss nach der Jahrgangsstufe 10 erreicht.

Siehe dazu Abschnitt 4 § 23 bis 30 der Ausbildungsordnung Sonderpädagogische Förderung AO-SF

Sprachförderung

Das Sprachbildungskonzept unserer Schule mit all seinen Bestandteilen hat das Ziel, allen Schülerinnen und Schülern eine qualitativ hochwertige Sprachförderung zu sichern. Zum einen gilt Sprachbildung als einer der wichtigsten Schlüssel, um Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen abzubauen und die Integration von Migranten zu fördern. Zum anderen verstehen wir aber Sprachbildung auch als Entwicklungsbereich für alle Schülerinnen und Schüler, unabhängig von ihrem jeweiligen Leistungsstand. In diesem Sinne versteht sich unser Sprachbildungskonzept als unverzichtbarer Bestandteil der individuellen Förderung der WvSGeK.

Ansprechpartnerin für die Sprachförderung: Julia Pach

Die Sprachförderung ist an unserer Schule in die folgenden Bereiche gegliedert:

Sprachbildung innerhalb jeden Fachunterrichts im Rahmen der individuellen Förderung

Sprachkompetenz ist die Voraussetzung für den Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten in allen Fächern. Der sensible Umgang mit der Sprache hilft Schülerinnen und Schülern sprachliche Hürden zu überwinden und somit fachliche Lernziele leichter zu erreichen.

Nicht selten ist eine unbefriedigende Leistung in einem Fach nicht auf die kognitiven Leistungen oder fachlichen Talente zurückzuführen, sondern eher auf unzureichende Strategien im sprachlichen Bereich. So können z.B. Fachtermini nicht mit Inhalt gefüllt, Aufgabe nicht verstanden oder Inhalte aus deskriptiven Texten nicht entnommen werden. Die sprachlichen Fähigkeiten zu entwickeln, ist demnach eine Schlüsselkompetenz in jedem Unterricht. Im sprachsensiblen Fachunterricht haben sich verschiedene Strategien als förderlich erwiesen (s. Informationen des Schulministeriums NRW zum sprachsensiblen Fachunterricht):

  • Die Lehrerin/ der Lehrer macht zu Beginn einer Unterrichtsreihe nicht nur die fachlichen, sondern auch die sprachlichen Zielsetzungen und Kompetenzerwartungen transparent.
  • Die Lehrerin/ der Lehrer steuert ihr/sein eigenes sprachliches Verhalten so, dass sie/er sich einerseits auf die vorhandenen Sprachkompetenzen der Schülerinnen und Schüler einstellt, ihnen andererseits auch Anregungen für die Aneignung neuer unterrichtssprachlicher Muster und Strategien gibt.
  • Die Lehrerin/ der Lehrer gibt den Schülerinnen und Schülern Gelegenheit auch komplexere Äußerungen zusammenhängend (schriftlich oder mündlich) zu formulieren.
  • Die Lehrerin/ der Lehrer beachtet sprachliche Kompetenzen, die für Lernerfolge im Fachunterricht relevant und/oder spezifisch sind, indem sie/er feststellt, in welchem Maße die Schülerinnen und Schüler bereits darüber verfügen, und sie gegebenenfalls mit Techniken des Scaffolding gezielt unterstützt, sich diese Kompetenzen anzueignen.
  • Die Lehrerin/ der Lehrer prüft die Materialien, die sie/er im Fachunterricht einsetzt, vorher darauf hin, ob sie den Schülerinnen und Schülern sprachlich Schwierigkeiten verursachen können. Je nach fachlicher Notwendigkeit tauscht sie/er die Materialien aus, unterstütze sie durch zusätzliche nicht-sprachliche Darstellungsformen oder sprachlich entlastende Hinweise, Erklärungen oder sonstige Hilfsmittel.

In der Leistungsfeststellung und ‑bewertung setzt die Lehrerin/ der Lehrer durchaus Aufgabenformate ein, die ausführlichere und zusammenhängend formulierte Äußerungen verlangen. Sie/Er achtet jedoch darauf eventuelle sprachliche Minderleistungen für die Bewertung der Fachleistung nicht zu veranschlagen, meldet den Schülerinnen und Schülern jedoch gezielt diejenigen sprachlichen Bereiche zurück, an denen sie noch arbeiten müssen.

Ansprechpartner*in: Carsten Schattauer

Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund in Jg. 5 & 6

Deutsch als Zweitsprache (DaZ) — Was ist das?

Sprache ist eine Schlüsselqualifikation, die den Erfolg in der Schule mitbestimmt, daher bieten wir unseren Schüler*innen mit Migrationshintergrund die Möglichkeit, durch die Teilnahme am DaZ-Unterricht ihre Sprachkenntnisse in Deutsch zu erweitern und zu vertiefen.

DaZ ist die Abkürzung für das Fach „Deutsch als Zweitsprache“. Wir empfehlen den DaZ-Unterricht besonders Kindern, in deren Elternhaus nicht Deutsch als Muttersprache gesprochen wird, auch wenn die Kinder die deutsche Alltagssprache selbstsicher gebrauchen. Dieser Förderunterricht findet in kleinen Gruppen parallel zum Regelunterricht statt und ist mit keinen zusätzlichen „Nachhilfkosten“ verbunden.

Das Ziel des DaZ-Unterrichtes ist es, Sicherheit in der Verwendung der deutschen Sprache zu erlangen, damit die Schüler*innen den fachsprachlichen Anforderungen des Regelunterrichts selbständig begegnen können.

Des Weiteren sollen zugewanderte Schüler*innen möglichst bald über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, um am Unterricht in der altersangemessenen Jahrgangsstufe teilzunehmen. Nicht nur die Kommunikationsfähigkeit in der Zielsprache Deutsch wird trainiert, sondern auch — falls erforderlich — die lateinische Ausgangsschrift erlernt.

Ansprechpartnerinnen: Sandra Braune

Sprachförderung für Kinder in Jg. 5 & 6

Der LRS‑, also der „Lese-Rechtschreib-Schwächen-Förderunterricht“ wird an unserer Schule als Möglichkeit der persönlichen Weiterentwicklung der Rechtschreibleistung in individuellen Schritten gesehen.

Zu Beginn des 5. Schuljahres diagnostizieren wir anhand einer freien Textgestaltungsaufgabe den Lernstand im schriftsprachlichen Bereich.

Daraufhin wird mit einer Schüler*innenauswahl die Hamburger Schreib-Probe – ein Test zur Ermittlung der orthografisches Fähigkeiten — durchgeführt. Das Strategieprofil stellt dabei die individuellen Stärken und Schwächen der Schüler*innen dar.

Kinder, bei denen sich ein diesbezüglicher Förderbedarf herausstellt oder auch schon im Vorfeld diagnostiziert wurde, erhalten Förderunterricht, um auf Basis der Testergebnisse sinnvoll gefördert zu werden. Dies bedeutet, dass orthografisches Strukturwissen und die grundlegenden Rechtschreibstrategien für den erfolgreichen Einsatz bei schriftlichen Aufgaben aller Fächern aneignet werden.

Mithilfe des FRESH-Materials wird dieser Vorsatz der individuellen Arbeit an grundlegenden Rechtschreibstrategien (alphabetisch, orthografisch und morphematisch) umgesetzt. Dieser einstündige Förderunterricht findet in kleinen Gruppen parallel zum Regelunterricht — während einer Lernzeitstunde- statt und ist mit keinen zusätzlichen „Nachhilfekosten“ verbunden.

Ansprechpartnerinnen: Cordula Schilling

Dies bedeutet in der Praxis zum Beispiel, dass ein Kind mit dem genannten Unterstützungsbedarf (zieldifferent) in der Regel differenzierte Klassenarbeiten schreibt und/oder in einzelnen Fachunterrichtsstunden individuell gefördert wird.

Individuell und Differenzierung heißt dabei, Unterschiede in Zeit und Lerntempo zu machen, den Lernarrangements, den Aufgaben, bei den Lernzielen, in der Organisation, beim Material.

Differenzieren heißt aber auch, alle Schülerinnen und Schüler von ihren persönlichen Fähigkeiten und Bedürfnisse ausgehend möglichst gut zu fördern. Bei unseren Bemühungen um das Gemeinsame Lernen von Schülerinnen und Schüler mit und ohne Beeinträchtigungen/Unterstützungsbedarfe bieten alle Lehrkräfte gemeinsam mit den Lehrkräften für Sonderpädagogik allen Schülern einen gemeinsamen Zugang zu einer Thematik durch eine Vielfalt der Lernwege und Lernziele.

Schülerinnen und Schüler, die zieldifferent unterrichtet werden, erhalten in der Regel am Ende der Schulzeit einen Förderschulabschluss. Selbstverständlich ist es möglich, dass sich ein Kind mit sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf im Laufe seiner Schulzeit so gut entwickelt, dass der sonderpädagogische Unterstützungsbedarf aufgehoben wird. Es wird somit als „Regelschüler“ unterrichtet. Generell wird auf den Beratungskonferenzen und letztendlich auf der Zeugniskonferenz (Klassenkonferenz) zum Schuljahresende intensiv über die Entwicklung eines jeden Kindes beraten.

Im Rahmen einer jährlichen Überprüfung wird festgelegt, ob der Schüler im kommenden Schuljahr mit oder ohne sonderpädagogischer Unterstützung unterrichtet wird.

Für uns ist es besonders schön zu sehen, wenn durch gute Förderung eine Schülerin oder eine Schüler ohne sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf weiter unterrichtet werden kann und einen Regelabschluss nach der Jahrgangsstufe 10 erreicht.

Siehe dazu Abschnitt 4 § 23 bis 30 der Ausbildungsordnung Sonderpädagogische Förderung AO-SF

Stärkenförderung

Fördern und Fordern (Individuelle Förderung)

Gesamtschule, wie wir sie verstehen, nimmt die Vielfalt in den Blick und damit ganz unterschiedliche Stärken, die die Einzelnen mitbringen oder entwickeln möchten.

In der Projektwoche vor den Sommerferien und in den Arbeitsgemeinschaften bieten wir deshalb individuelle Wahlmöglichkeiten auch jenseits der Lehrpläne.

Wettbewerbe verbinden diesen Ansatz mit fachlichen, aber auch fächerübergreifenden Schwerpunkten und fordern Einzelne und Gruppen heraus, das eigene Können mit dem anderer zu messen.

Wer sich durch hervorragende Leistungen hervorhebt, kann im Drehtürmodell die Grenzen des eigenen Jahrgangs überwinden und in ausgewählten Fächern am Unterricht des nächst höheren Jahrgangs teilnehmen.

Auch das Forder-Förder-Projekt richtet sich an ausgewählte Leistungsstarke und bietet über den Regelunterricht hinausgehende Herausforderungen.

Die Talentscouts beraten diejenigen, die sich aufgrund ihres sozialen Engagements und ihrer Leistungen für ein Stipendium bewerben.

Medienkompetenz

  • Informatorische Grundbildung in Jg. 5 und 6
  • EDV-Führerschein des Landes NRW
  • Elternarbeit
  • Medienprävention

Fachkompetenz

  • binnen-differenzierender Fachunterricht
  • Wettbewerbe
  • Lernberatung
  • Leistungsdifferenzierung
  • Neigungsdifferenzierung
  • Ergänzungsstunden
  • Profiloberstufe mit Projektkursen
  • Sonderpädagogische Unterstützung

Berufsorientierung

  • Übergangsmanagement Schule-Beruf
  • Berufsorientierung von Klasse 7 bis in die Oberstufe
  • BOB-Büro
  • SIl-Kooperationen

Sozialkompetenz

  • Erziehungsauftrag
  • Schulsozialarbeit
  • Klassenrat
  • Offenes Lernen
  • Streitschlichter
  • Pausenengel
  • FairMobil
  • Trainingsraum
  • Kooperative Lernformen
  • Projektarbeit

Austausch/Fahrten

Die Werner-von-Siemens-Gesamtschule Königsborn unterhält Partnerschaften und Kontakte zu anderen europäischen Schulen und Institutionen. Außerdem finden in verschiedenen Jahrgangsstufen Klassenfahrten statt. Die folgenden Impressionen bieten einen Einblick in unsere traditionell immer stattfindende Fahrten und Austauschprogramme.

In der Oberstufe (EF/Q1) findet dann unser Austausch mit Spanien statt. Partner ist die Privatschule „Centro Sagrada Familia“ in Elda (Alicante). Die Unterbringung erfolgt in Deutschland wie auch in Spanien in Gastfamilien.

In der Sekundarstufe I führen wir für interessierte Schülerinnen und Schüler regelmäßig einen Austausch mit unserer polnischen Partnerschule in Gowidlino, in der Nähe von Danzig, durch. Dieser Austausch basiert auf einem zweijährigen Rhythmus und wird vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk gefördert. In Gowidlino sind wir in Gastfamilien untergebracht und unternehmen Ausflüge in die Umgebung.
Ein fester Bestandteil ist dabei immer auch eine Fahrt nach Danzig sowie in die Dünenlandschaft der nahegelegenen Ostsee. Darüber hinaus hospitieren wir in der Partnerschule und erhalten Einblick in den dortigen Schulalltag. Im Folgejahr besuchen uns unsere Partner aus Polen. Ausflüge ins Ruhrgebiet oder nach Köln sowie Einblicke in unseren Schulalltag sollen unseren polnischen Partnerinnen und Partnern unser Leben in und um Unna näherbringen.

Darüber hinaus bauen wir in den individuellen Unterricht der Sekundarstufe I digital durchgeführte Projekte mit Partnerschulen im europäischen Ausland ein. Die Austauschplattform eTwinning bietet uns ein breit gefächertes Repertoire an Kooperationsmöglichkeiten. In diesem Rahmen international durchgeführte Projekte, wie „Benvenuti, Willkommen, Hoşgeldiniz – Get together in Europe“ oder „Individual Europeans on a Common Ground – Let’s get together“, bereichern den Unterricht. Hierbei profitieren unsere Schülerinnen und Schüler von ihrer digitalen Ausstattung, die virtuelle Kommunikationsformen für jeden und jede schnell und einfach ermöglicht.

Der Skikompaktkurs ist seit vielen Jahren fester Bestandteil des Sportprogramms unserer Schule. Jedes Jahr lernt eine Gruppe mit Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs das Skifahren auf den schneebedeckten Bergen Österreichs kennen und lieben. Für den Skiunterricht wird die Gruppe von einem qualifizierten Sport- und Skilehrerteam begleitet. Abendliche Theorieeinheiten runden die täglichen Skikurse ab und bereiten auf den anstehenden Unterrichtstag vor.
Beflügelt von der atemberaubenden Aussicht der Berge ist die Gruppe meist schon nach wenigen Tagen in der Lage, mit Sesselliften und Gondeln sowie auf verschiedensten Pisten das Skigebiet zu erobern. Dabei fahren die Schülerinnen und Schüler mit je einer/einem Lehrer*in in kleinen, nach Fahrkönnen unterteilten Gruppen und arbeiten gemeinsam an der Vervollständigung ihrer Pistenführerscheine. Am Ende einer aufregenden, anstrengenden und ereignisreichen Woche werden die Schülerinnen und Schüler durch eine traditionelle Skitaufe in die Skifahrergemeinschaft aufgenommen.

Damit die Schülerinnen und Schüler unserer WvSGeK und diejenigen, die von anderen Schulen in unsere Einführungsphase (EF) kommen, gemeinsam gut in die Oberstufe starten, fahren sie traditionell zu Beginn des ersten Schuljahres in der Oberstufe auf Kennenlernfahrt zur Jugendburg Gemen (Borken). Dort werden drei Tage mit Kennenlernen, Arbeit und Spaß verbracht. Begleitet wird die Fahrt u. a. von den Beratungslehrerinnen und ‑lehrer und der Oberstufenleiterin. Die  Wasserburg bietet eine beeindruckende Atmosphäre für verschiedene Kennenlernspiele, Gruppenarbeiten zum wissenschaftliches Arbeiten und zu den Erwartungen an die Oberstufe. An den Abenden stehen selbst inszenierte Vorstellungen, ein Lagerfeuer mit Stockbroten oder der Besuch des Burgkellers mit kleiner Tanzfläche an. Insgesamt helfen die drei intensiven Tage stets, neue Freundschaften zu beginnen und gemeinsam in die hoffentlich erfolgreiche Arbeit der gymnasialen Oberstufe zu starten.

Im Abschlussjahr der Oberstufe (Q2) führen wir im Rahmen der Projektkurse als gesamte Stufe ein Studienseminar in Brüssel zu den Institutionen der EU in Kooperation mit dem Institut für politische Bildung der Auslandsgesellschaft NRW durch. Hier erwarten unsere Schülerinnen und Schüler vielfältige Aktionen und Erfahrungen, so z. B.:

  • das Regierungsviertel mit den bekanntesten Schauplätzen und Institutionen der europäischen Politik
  • ein Quiz zum Thema der Europäischen Union
  • das Parlamentarium mit Rollenspiel zur Arbeitsweise des Europäischen Parlaments
  • das Studio des WDR und der ARD
  • das Haus der Europäischen Geschichte